Seminar zum Übersetzen von Comics

Graphic Novel, Manga, Superhelden, Western, Science-Fiction, Literaturadaptionen, Klassiker, Underground – inhaltlich und formal gibt es im Comic nahezu alles, eine klare Abgrenzung durch Stilmerkmale ist kaum möglich. Ebenso vielfältig sind die Anforderungen an die jeweiligen Übersetzer_innen: Fundierte Sachkenntnis, adäquate Übertragung hochliterarischen Stils, Sprach- und Wortwitz in engem Zusammenhang mit der Abbildung und möglicherweise nur 5 Buchstaben Platz, um die Pointe zu transportieren – nicht selten alles gleichzeitig.

Die Besonderheiten der Übersetzungsleistungen sollen in diesem sprachübergreifenden Seminar (vom 09. bis 13. September 2019 im Literarischen Colloquium Berlin) an einem möglichst breiten Spektrum von Comics, der „sequenziellen Kunst“, betrachtet werden. Dabei wollen wir einen ausführlichen Blick auf Möglichkeiten und Grenzen der Wiedergabe von Mündlichkeit in den  verschiedenen Registern werfen. Im Mittelpunkt steht die gemeinsame Arbeit an den eingereichten Texten. An ihnen wollen wir wiederkehrende Fragen beim Übersetzen diskutieren. In ergänzenden Übungen sollen diese vertieft werden. Fragen zu Verträgen und anderen berufspolitischen Aspekten können ebenfalls angesprochen werden.

Die Teilnehmer_innen sind aufgerufen, eigene Übersetzungsvorhaben (ins Deutsche) einzureichen. Das können konkrete Aufträge sein oder frei gewählte „Liebhaberprojekte“, falls man gerade keine kommerzielle Übersetzung in Arbeit hat. Als Gäste werden u. a. die Comiclektorin Heike Drescher,  der Comicübersetzer Uli Pröfrock und der Comicautor und -kritiker Thomas von Steinaecker Einblicke in ihre Arbeit geben.

Seminarleitung: Myriam Alfano (Übersetzerin)

Teilnahmevoraussetzung: Affinität für Comics und Erfahrung im Übersetzen von Literatur, möglichst auch von Comics. Die eingereichten Texte werden vorab allen zugänglich gemacht, zur Vorbereitung wird um kritische Lektüre gebeten.

Dauer: 09. bis 13. September (Montagnachmittag bis Freitagmittag)

Keine Teilnahmegebühr. Reisekosten werden im Rahmen des Bundesreisekostengesetzes nach Vorlage der Originalbelege erstattet.

Einzureichen: 1. Infoblatt mit kurzer Bio-Bibliografie (inkl. Angaben zu aktuellen Bewerbungen bzw. Teilnahme an Fortbildungsangeboten von DÜF/TOLEDO), Kurzinfo zu Autor_in und Buch sowie Darstellung der besonderen übersetzerischen Herausforderung des Projekts (zusammen max. 1 Seite); 2. Übersetzung (max. 5 Normseiten) und 3. entsprechende Stelle des Originals eines Comictextes.

Einsendeschluss: 15. Juli 2019. Die Auswahl der Teilnehmer_innen erfolgt bis 5. August.

Bewerbungen per E-Mail (in Form von max. 3 PDFs gekennzeichnet mit: 1. Info_Name_Vorname_Autor, 2. Übersetzung_Name_Vorname_Autor, 3. Original_Name_Vorname_Autor) an: mail@uebersetzerfonds.de, Betreff: Bewerbername, Stichwort „Comic-Seminar“. 

Logo Deutscher Übersetzerfonds

Ein Seminarangebot des Deutschen Übersetzerfonds im Rahmen seiner „Akademie der Übersetzungskunst“ in Kooperation mit dem Deutschen Comicverein. 

Bildnachweis: © Ilki Kocer