Seminar zum Übersetzen von Comics

Graphic Novel, Manga, Superhelden, Western, Science-Fiction, Literaturadaptionen, Klassiker, Underground: Inhaltlich und formal gibt es im Comic nahezu alles, eine klare Abgrenzung durch Stilmerkmale ist kaum möglich. Ebenso vielfältig sind die Anforderungen an die jeweiligen Übersetzer_innen. Fundierte Sachkenntnis, adäquate Übertragung hochliterarischen Stils, Sprach- und Wortwitz in engem Zusammenhang mit der Abbildung und möglicherweise nur fünf Buchstaben Platz, um die Pointe zu transportieren – nicht selten alles gleichzeitig.

Grund genug für unseren Verein, gemeinsam mit dem Deutschen Übersetzerfonds ein Seminar zum Thema auszurichten. Vom 09. Bis 13. September 2019 trafen sich elf Comicübersetzer_innen im Literarischen Colloquium Berlin am Wannsee. Sie alle hatten sich mit konkreten Übersetzungsprojekten um die Seminarteilnahme beworben.

Teilnehmer Comicseminar
Teilnehmer_innen und Leitung des Comicseminars am Wannsee. © Marie Schöck

Anhand ihrer Texte wurde über die Möglichkeiten und Grenzen der Wiedergabe von Mündlichkeit im Comic diskutiert. Auch Fragen zu Verträgen, Seitenhonoraren und anderen berufspolitischen Aspekten wurden angesprochen. Mit Italienisch, Französisch, Englisch, Spanisch, Schwedisch, Polnisch, Tschechisch und Japanisch wurden insgesamt acht Sprachen abgedeckt.  

Geleitet wurde das Seminar Myriam Alfano, die u.a. die Comics von Gipi und Igort aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt hat. Zusätzliches Input lieferten Lektorin Heike Drescher, Autor und -kritiker Thomas von Steinaecker und Übersetzer Uli Pröfrock.

Bildnachweis: © Ilki Kocer/Alphabet des Ankommens